Alles ist vergänglich

1. BIBELVERS(E)
„Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen. Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben. Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein. Tröstet also einander mit diesen Worten!“ Thessalonicher 4, 13-18

2. KURZ-IMPULS
Der Herbst erinnert uns an die Vergänglichkeit. Die Blätter verfärben sich, die Nebel fallen ein. Die Bilder der Natur drücken auf das Gemüt. Die Lebensfreude der Menschen beginnt zu sinken. Die Kirche erinnert uns in dieser Zeit daran: Alles ist vergänglich! Du lebst nicht ewig auf dieser Erde. Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

3. VERTIEFUNG
In dieser Zeit fällt das Fest Allerheiligen, es ist das „Familienfest“ der Kirche. Wir feiern „alle Heiligen“, die das große Ziel erreicht haben, die ewige Gemeinschaft des Festes mit Gott im Himmel. Sie erfreuen sich der Anschauung Gottes ohne Ende. Einige wurden von der Kirche offiziell heilig gesprochen, eine unzählbare Schar darüber hinaus dürfen wir im Glauben ebenso dort wissen.
Jede Familie hat Menschen in der Reihe dieser Heiligen.
Zu Allerseelen erinnern wir uns an alle Verstorbenen, die von Gott noch nicht für würdig befunden wurden, ihn schauen zu dürfen. Denn nichts Unreines kann in die Herrlichkeit Gottes eingehen. Wir nennen sie die Armen Seelen. In Wirklichkeit sind sie schon sehr reich, denn sie sind sich des ewigen Glücks schon sicher. Doch sie erkennen selbst, daß sie angesichts ihres Lebenswandels auf der Erde noch nicht würdig sind, ganz bei Gott zu sein. Das „Fegefeuer“ (=Reinigungsort) besteht aus dem großen Heimweh nach Gott. Es ist die große Chance für die Verstorbenen.
Für sich selbst können die Verstorbenen nun nichts mehr tun. Ihre Zeit der Entscheidung auf der Erde ist vorbei. Wir Lebenden aber können ihnen sehr viel helfen: wenn wir an Sie im Guten denken, wenn wir für sie immer wieder beten, und wenn wir Gott bitten, daß er alles, was er uns bei der Feier einer Heiligen Messe schenkt, an sie weitergibt zu ihrem Heil.
Weil wir Lebenden getauft sind und damit in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen wurden, können die Heiligen im Himmel, aber auch wir Lebenden kraft diese Gemeinschaft Fürsprecher für sie sein.
Vergessen wir dies niemals! Denn eines Tages könnten wir sehr froh darüber sein, wenn andere in diesem Sinn für uns beten.

                                                                                                                                                 P. Markus Mittermayr OSB