Alles verlassen

 

1. BIBELVERS(E)
„Da sagte Petrus zu ihm (Jesus): Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen … und in der kommenden Welt das ewige Leben.“ Markus 10,28-30

2. KURZ-IMPULS
Es gibt heute viele Diskussionen um das Zölibat: Nicht mehr zeitgemäß! Rückständig! Sexualität knechten! Viele schaffen es nicht! …
Solche Aussagen haben eines gemeinsam: Sie nehmen die Sicht des Menschen ein. Unsere Frage aber muss sein: Wie ist die Sicht Gottes?
Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

3. VERTIEFUNG
Wenn man Priester oder Ordensleute fragen würde, ob es schwer ist, die Familie zu verlassen, würden manche vielleicht sagen: „Ja. Manchmal mache ich mir Sorgen um meine Eltern. Manchmal bin ich nicht sicher, ob ich diesen Weg schaffen werde. Manchmal fällt es mir schwer, auf so vieles verzichtet zu haben.“
Es wird erzählt, ein junges Mädchen kam zum heiligen Johannes Vianny (Pfarrer von Ars, 1786-1859). Sie stammte von einem Bauernhof. Dort gab es viel Arbeit, und sie wurde dringend gebraucht. Sie trug sich aber auch mit dem Gedanken, ins Kloster zu gehen. Und die Frage, den richtigen Weg zu gehen, quälte sie schwer. So stellte sie dem Pfarrer die Frage, wie sie sich entscheiden sollte. Dieser hielt kurz inne, sah das Mädchen an und sagte: „Geh zurück auf den Bauernhof!“ Enttäuscht, dass ein Pfarrer eine solche Antwort gab, verließ ihn die junge Frau. Doch sie befolgte den Rat. Sie heiratete, wurde glücklich und hatte eine große Familie. Drei von ihren Kindern wurden später Ordensleute.
So wirkt Gott! Wenn nun jemand den Gedanken in sich trägt, Jesus ganz nachzufolgen, so könnte ihm der Herr vielleicht sagen: „Du wirst meinen Ruf in deinem Herzen deutlich spüren. Glaubst du, ich würde dich von deiner Familie wegholen, wenn du dort gebraucht würdest? Ich bitte diejenigen, mit mir zu kommen, die es können. Manchmal ist es schwer, aber es ist ein Teil des Opfers, das Menschen bringen müssen, um mir zu folgen. Es ist ein Opfer der Liebe, das Familien nicht zerbrechen, sondern aufbauen wird. Und es ist ein Opfer, das schwer auf dein Herz drücken kann, wenn du es zulässt. Sieh es als das, was es ist: dein Leben als ein Geschenk an Gott. Familie, Freunde, Ruhm und Reichtum zu geben, kann manchmal schwer sein. Aber finde durch die Gnade des Heiligen Geistes die Stärke, es zu vollbringen.
Ehelose Ordensleute geben der Welt die klare Botschaft: Gott allein genügt!
_____________________________________________________Diakon Christoph Mittermair