Auf dem Heimweg

1. BIBELVERS(E)
„Mein Sohn, warum willst du mir soviel Mühe bereiten? Es bleibt doch keiner ungestraft, der zu hastig vorandrängt. Läufst du zu rasch, erreichst du dein Ziel nicht, fliehst du zu schnell, entkommst du nicht. Da müht sich einer und plagt sich und hastet, doch umso mehr bleibt er zurück.“
Sirach 11,10-11

2. KURZ-IMPULS
Ich war auf dem Heimweg. Knapp hinter mir hielt ein Auto an. Und als ich mich umdrehte, winkte mich die Beifahrerin höflich heran: „Wo komme ich hier zur Autobahn?“, fragte sie mich.
„Was ist ihr Ziel?“, stellte ich die Gegenfrage.
Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

3. VERTIEFUNG
Unsere Zeit ist sehr schnell geworden. Wir sind ständig unterwegs, nicht nur im Auto. Und der Tag ist voll von Eindrücken, Möglichkeiten und Wegen.
„Wo komme ich hier zur Autobahn?“, fragte mich jene Frau. Aber nahe meinem Wohnort gibt es zwei Autobahnen. Also musste ich zuerst feststellen, zu welchem Ziel sie unterwegs war. Erst dann konnte ich ihr helfen.

Viele Menschen kommen zu mir mit allen möglichen Problemen. Da sind die Probleme in der Familie, mit dem Partner, mit den Kindern oder die Schwierigkeiten zwischen den Generationen. Dann sind da die körperlichen Krankheiten und die Krankheiten der Seele. Alle Menschen wollen gesund werden und Frieden haben.
Alle wollen zur Autobahn. Dahin, wo alles möglichst schnell und lückenlos funktioniert. Aber das ist zu wenig.

Darum frage ich jeden: Was ist dein Ziel? Wo genau willst du hin? Und was bist du bereit, selbst dafür zu tun, um dieses Ziel zu erreichen?
Einfach Frieden haben zu wollen, das ist zu wenig! Einfach gesund sein zu wollen, ist zu wenig! Dahin gibt es ja viele Wege.

Frage doch Jesus einmal: Was willst du mir denn durch diese schwierige Situation sagen? Wo sollte ich vielleicht umkehren? Wo sollte ich den ersten Schritt tun?

Wir sind jeden Tag auf dem Heimweg zu Gott. Du weißt nicht, wie viele Tage oder Jahre dein Leben auf dieser Welt noch andauern wird. Wenn du wirklich nach Hause unterwegs bist, in die Arme des himmlischen Vaters, dann bitte ihn doch, dass er dir bald hilft, in deiner Umgebung Bedingungen für einen wirklichen Frieden zu schaffen. Gott wartet schon auf dein Gebet! Und wenn es dir ernst ist, bitte ihn jeden Tag darum. Er wird dein Gebet erhören, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Wenn ich ein persönliches Anliegen auch wirklich ernst meine, dann lautet der Schluss eines jeden meiner Gebete ungefähr so: „Und, vergiss bitte nicht, Jesus: … (und jetzt mein Anliegen) und lass mich erkennen, was ich dazu beitragen kann.“
Das bete ich so oft und so lange, bis ich die Lösung erkannt habe. Aber ich bin auch bereit, alles dafür zu tun, was in meinen (schwachen) Kräften steht.
                                                                           Diakon Christoph