Bibelimpuls – Sein Kreuz ist mein Kreuz

1. BIBELVERS(E)

„Da er sich Petrus und Johannes anschloss, lief das ganze Volk bei ihnen in der sogenannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen. Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt. Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias.“                                      Apostelgeschichte 3,11-20

 

 2. KURZ-IMPULS

Was war geschehen?
Petrus musste dem Volk eine Erklärung abgeben, damit nicht der Irrtum entstehen könnte, er habe aus eigenen Kräften dieses Wunder der Heilung des Gelähmten getan. Mit aufrüttelnden, bewegenden Worten spricht er zu den Menschen: Gott hat seinen „Knecht Jesus“ verherrlicht und durch den Namen Jesu  und den Glauben an ihn war dieser Mann gesund geworden.
Wahrlich, der Geheilte hat die Auferstehung in seinem Herzen erlebt. War er doch sein Leben lang als Bettler und Gelähmter im Grab seiner Isolation gefangen gewesen.

In einem ähnlichen Gefängnis war auch ein gewisser Barabbas gesessen.
Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

 

3. VERTIEFUNG

Dieser Barabbas wusste zu Recht, dass er ein Mörder und ein Straßenräuber war. Man hatte ihn gefangen und zum Tod  durch Kreuzigung verurteilt.
Damals aber, an einem Freitag, wurde plötzlich die Zellentür geöffnet.  Man sagte zu Barabbas: „Pack deine Sachen, du kannst gehen!“ –
„Aber wie ist das möglich? Ich bin rechtskräftig verurteilt!“ –
„Frag nicht, ich habe Befehl dich freizulassen. Geh!“

Draußen auf der Straße – ein Menschenauflauf. Hunderte, vielleicht Tausende liefen johlend durch die Gassen zum Stadttor. Barabbas wurde von der Menge geschoben und mitgenommen. Sie kamen zum Hügel, zur „Schädelstätte“, wo immer die Kreuzigungen stattfanden. Oben waren drei Kreuze aufgerichtet. Die Menschen trauten sich nicht bis unter die Kreuze zu gehen, aus Angst vor den römischen Soldaten. Doch Barabbas ging ganz nahe hin und schaute hinauf.
Zuerst blicke er auf den rechten Gekreuzigten. „Ja, den kenne ich“, dachte er. „Der war auch mit dabei, als wir erwischt wurden. – Und der Linke, der hat auch mit uns gemeinsame Sache gemacht. Jetzt müssen sie dafür büßen. – Aber der in der Mitte? Den kenne ich nicht!“ Barabbas sah ihn lange an.

So fragte er einen, der auch bei den Kreuzen stand, wer denn der in der Mitte war?
„Das ist Jesus von Nazareth“, war die Antwort. –
„Und warum wurde er gekreuzigt? Was hat er verbrochen?“ –
„Verbrochen hat er eigentlich nichts. Pilatus, der Stadthalter, hat ausdrücklich gesagt, ich finde keine Schuld an ihm.“ –
„Und warum wurde er dann gekreuzigt, wenn er nichts getan hat?“

Da sah ihn der Mann kopfschüttelnd an und sagte: „Warst du nicht bei der Verhandlung im Palast des Pilatus?
Pilatus wollte ihn freilassen. Doch die ganze Menge hat geschrien:  ‚Barabbas freilassen, Jesus ans Kreuz!‘
Darum hängt dieser Jesus hier am Kreuz!“

Da schossen dem Räuber und Mörder Barabbas die Tränen in die Augen.
Er schaute an dem Kreuz hoch und ihm wurde klar: Das Kreuz in der Mitte ist eigentlich das Kreuz für mich.
Sein Kreuz ist mein Kreuz!

Es ist gut, wenn wir uns immer wieder  unter Jesu Kreuz stellen, zum Gekreuzigten aufblicken und neu entdecken:
Sein Kreuz ist mein Kreuz: Das Kreuz meiner Sünde, das Kreuz meiner Leiden, das Kreuz meiner Lasten.

Also kehren wir um und tun wir Buße, damit unsere Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt. Dann wird auch in deinem Leben durch alle Dunkelheit und Gefängnisse hindurch Auferstehung immer wieder möglich.
In Jesu Namen ist alle Kraft und aller Sieg!  Halleluja!

                                                                                                                                                              Josefine Rauscher