Den Raben befohlen

1. BIBELVERS(E)
“Der Prophet Elija aus Tischbe in Gilead sprach zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe: in diesen Jahren sollen weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort hin. Danach erging das Wort des Herrn an Elija: Geh weg von hier, wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Kerit östlich des Jordan! Aus dem Bach sollst du trinken und den Raben habe ich befohlen, dass sie dich dort ernähren. Elija ging weg und tat, was der Herr befohlen hatte; er begab sich zum Bach Kerit östlich des Jordan und ließ sich dort nieder. Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend und er trank aus dem Bach. Nach einiger Zeit aber vertrocknete der Bach; denn es fiel kein Regen im Land.
Da erging das Wort des Herrn an Elija: Mach dich auf und geh nach Sarepta, das zu Sidon gehört und bleib dort! Ich habe dort einer Witwe befohlen, dich zu versorgen. Er machte sich auf und ging nach Sarepta.

(1Kön 17,9-10)

2. KURZ-IMPULS
Elija ist der Prophet der “vielen Farben”. Einmal stark und mächtig, dann wieder schwach und ohnmächtig; einmal der Kämpfer für seinen Gott, dann wieder ganz im “Burnout” (vgl. 1Kön 18 und 19). Er war einer, der sich für die Rückkehr des Volkes Israel zu seinem Gott Jahwe verzehrte. Hatte er doch als Gegenspielerin niemand Geringeren als die Königin Isebel. Die war von den kanaanäischer “Gottheiten” Baal (Gottheit der Fruchtbarkeit) und Aschera (Gottheit der Vegetation) so fasziniert und versuchte alles, um die Propheten Jahwes auszurotten und Elija zu töten.
Warum nur blieb Elija so hartnäckig? Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

3. VERTIEFUNG
Das war nur möglich, weil er sich von Gott führen ließ. Sein eigenes Volk Israel konnte ihm nur deswegen ein so großes Anliegen sein, weil er selber auf Gott vertraute. Sagte Gott zu ihm: “Geh dorthin!”, so tat er es. Sollte er die Auseinandersetzung mit dem König von Israel suchen, versteckte er sich nicht.

Interessant dabei ist, dass Elija sofort aufbricht, um sich in der Wildnis am Bach Kerit, einem Zufluss des Jordan, zu verbergen. Er glaubt, dass Gott den Raben schon längst befohlen hatte. Etwas später wiederum vertraut er, dass Gott der Witwe in Sarepta bereits befohlen hatte, in der Zeit der Hungersnot für ihn zu sorgen.

Machen wir es nicht oft genau umgekehrt?
Uns ist es lieber, wenn zuerst die Raben brav geflogen kommen. Schon eine Zehntelsekunde später wollen wir dann fest glauben. Und es ist uns lieber, wenn uns die Witwe von Sarepta schon entgegen kommt, dann vertrauen wir sogleich fest auf Gott. Das aber ist keine Vertrauen, sondern nur der Wunsch auf Absicherung.

Manchmal lässt Gott uns mitsamt unseren Götzen austrocknen, damit wir erkennen, dass unser Leben ohne ihn nicht fruchtbar werden kann.
Wenn du den Eindruck haben, dass der Himmel verschlossen ist und dir das “Wasser des Lebens” fehlt, dann frage heute im Gebet: “Herr, welchen Götzen habe ich dir zur Konkurrenz gemacht? In welchem meiner Lebensbereiche bist du nicht mehr meine Nummer Eins?

Die Götzen von heute haben auch ihre Namen. Sie heißen zum Beispiel: “Esoterik” – Erlöse dich selbst!,
“Machbarkeit” – Alles ist machbar! oder “Schweinehund” – Immer den einfacheren Weg gehen!

Welche Namen haben deine Götzen?

Diakon Christoph