Wenn du willst

1. BIBELVERS(E)
„Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.“
Markus 1, 40-45

2. KURZ-IMPULS
Eigentlich kann ich diesen Aussätzigen schon recht gut verstehen, dass er von seiner Heilung überall erzählte. Wohin sonst hätte er mit seiner Freude sollen? „Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über!“, sagt ein Sprichwort. Er hatte soeben ein neues Leben geschenkt bekommen. Durch seine Krankheit war er ausgestoßen aus der Öffentlichkeit. Nun ist sein Ausschluss, sein „Todesurteil“, aufgehoben.
Und doch hatte er auch selber einen entscheidenden Schritt zu seiner Heilung gesetzt.
Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies weiter …

3. VERTIEFUNG
Anstatt zu resignieren, aufzugeben, hatte er sich „in Bewegung gesetzt“. Sicherlich hatte er von Jesu gehört, wie dieser umherzog und überall vom „Reich Gottes“ predigte, und dass er die Kranken heilte und die Besessenen befreite. Ob dieser Aussätzige jedoch wusste, dass Jesus der Sohn Gottes ist und in seinem eigenen Namen heilte?
Ich denke, dass er gespürt hatte: Dieser ist von Gott gesandt! Und er vertraute ihm, denn er bat ihn: „Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde!“
Jesus war bewegt und berührt von dieser Haltung: „Ich will es, werde rein!“
Wer mit Jesus in Berührung kommt, der erfährt Veränderung! Denn Jesus kann unsere Lebensgeschichte vom Unrat der Sünde reinigen, von den Wunden der Verletzungen heilen. Er will es! Er will, dass unser Leben gelingt und heil ist. Wer von ihm in der Tiefe seines Herzens ergriffen wird, erfährt neues Leben. Da ist nicht an erster Stelle entscheidend, ob du körperlich geheilt bist. Sondern du erfährst eine Geborgenheit, eine Freude mitten in deinem Herzen, und du kannst gelassener und froher dein Leben bewältigen. Zudem erfahren viele Menschen, dass Jesus sie ebenso von Krankheiten und Leiden heilt. Den Schritt hin zu Jesu zu tun, das ist immer wieder entscheidend für unser Leben. So können wir neue Kraft, neue Hoffnung schöpfen, um in einer Krise neue Perspektiven zu entdecken.
Wir sind eingeladen, auch so zu handeln, wie Jesus selbst: Berührungsängste abzulegen, Zuwendung zu schenken, jemanden zu umarmen, ein gutes aufmunterndes Wort für einen Mitmenschen zu sagen. Da geschieht auch ein Stück Heilung im Leben, mitten im Herzen meines Nächsten, aber auch bei dir selbst.
Jesus wollte sicherlich keinen Personenkult. Er wollte, dass der Geheilte allein Gott alle Ehre erweist. Und sich den Priestern zeige, damit diese amtlich feststellten, dass er geheilt war. Dann durfte er wieder in der Gesellschaft leben. So hat Jesus sich an das Gesetz Mose gehalten und wollte kein Ärgernis erregen.
Und nachdem der Geheilte diese damals üblichen Vorschriften erfüllt hatte, konnte er seiner Freude keinen Abbruch mehr tun. Er musste einfach allen erzählen, was geschehen war! In der Apostelgeschichte lesen wir auch von Petrus und Johannes, die sagten: „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4,20) Und ich glaube, manchmal ergeht es uns genauso.

Fini Rauscher